Wie funktioniert der Gaspreis-Deckel in Deutschland?

Der Gaspreis-Deckel ist eine Maßnahme, die Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen vor den sprunghaften Anstiegen der Energiepreise schützen soll. In jüngster Zeit hat sich vor allem die Bundesregierung dazu entschlossen, eine “Gesamtlösung” zu erarbeiten, um die Belastungen der Bürgerinnen und Bürger zu lindern, wozu auch ein Preisdeckel für Gas in Erwägung gezogen wird.

Man unterscheidet verschiedene Modelle des Gaspreis-Deckels. Bereits in einigen europäischen Ländern gibt es regulierte Tarife, welche die Preise auf dem Großhandelsmarkt begrenzen und somit Großübertreibungen der Preise unterbinden. Eine andere Methode ist die Deckelung des Tarifs für Endkunden, die den Versorgungsunternehmen einen maximalen Preis vorschreibt, den diese den Haushalten und Betrieben in Rechnung stellen dürfen.

Die Ersparnisse für die Verbraucher variieren mit dem individuellen Gasverbrauch. Bezogen auf einen durchschnittlichen Familienhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh, könnte eine Ersparnis von etwa 200 Euro jährlich erfolgen, sofern der Gaspreis um einen Cent pro Kilowattstunde gesenkt wird. Jedoch fallen hierdurch auch Kosten für den Staat an, die laut Bundeswirtschaftsministerium bei einer Senkung des Preises um einen Cent/kWh rund 2,5 Milliarden Euro betragen würden. Expertenschätzungen gehen sogar von weitaus höheren Kosten aus – möglicherweise bis zu 30 bis 50 Milliarden Euro oder mehr. Die genauen Kosten hängen von der konkreten Ausgestaltung des Gaspreis-Deckels und der künftigen Entwicklung der Endverbraucherpreise ab. Die Frage der Finanzierung ist offen, doch unter anderem werden Vorschläge wie ein Sondervermögen für die Wirtschaft oder eine Übergewinnsteuer für Energiekonzerne diskutiert.

Funktionsweise des Gaspreisdeckels in Deutschland

Ab März 2023 soll in Deutschland der Gaspreis bei 12 Cent pro Kilowattstunde für 80 Prozent des Verbrauchs des Vorjahres gedeckelt sein. Interessant ist, dass diese Regelung auch rückwirkend für die Monate Januar und Februar greifen wird. Hierbei handelt es sich um einen städtebaulichen Eingriff zur Regulierung der Preise, bei dem der Staat die Zusatzkosten übernimmt, wenn der Einkaufspreis einen bestimmten Deckel überschreitet.

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Die Gaspreisbremse wird durch einen sogenannten “Abwehrschirm” geschützt, welcher bis zu 200 Milliarden Euro umfasst. Durch den Preis-Deckel werden vor allem Haushalte und kleinere Betriebe Unterstützung finden, und zudem könnte dieser Eingriff eine wichtige Rolle in der Beeinflussung der Inflation spielen. Wichtig zu betonen ist jedoch, dass Energieeinsparungen in diesem Jahr weiterhin von großer Bedeutung sind, um Stromausfälle zu vermeiden. Auch andere Länder der EU, wie Frankreich, Spanien und das Vereinigte Königreich, haben ähnliche Deckelungen für Strom und Gas eingeführt.

Auswirkungen des Gaspreisdeckels in Deutschland

Der ausgerufene Gaspreisdeckel wird diverse Folgen für unterschiedliche Bereiche haben. Vorrangig zielt die Maßnahme darauf ab, Haushalte sowie kleine und mittelständische Unternehmen ab März des nächsten Jahres zu entlasten, wobei eine rückwirkende Kompensation für die ersten beiden Monate des Jahres vorgesehen ist.

Als direkte Folge haben bereits viele Energieversorger ihre Preise teils erheblich angehoben, sodass sich die Deckelung auf 12 Cent pro Kilowattstunde beläuft und der Preis für Fernwärme nicht teurer als 9,5 Cent pro Kilowattstunde sein wird. Es gilt allerdings zu bedenken, dass die Deckelung lediglich für 80 Prozent des voraussichtlichen Verbrauchs von Haushalten und kleineren Firmen gilt. Für größere Industrieunternehmen tritt die Regelung erst im Januar 2023 in Kraft.

In Bezug auf den Strompreis ist eine Entlastung vorgesehen: Haushalte und Kleinbetriebe sollen ab März 2023 bis April 2024 zu einem garantierten Bruttopreis von 40 Cent pro Kilowattstunde 80 Prozent ihres Stromverbrauchs erhalten. Zusätzlich zu diesen Maßnahmen werden auch Regelungen zum Schutz der Verbraucher vor Strom- und Gassperren erlassen.

Dennoch wird die Ungleichheit deutlich, wenn man die Situation von Bewohnern in schlecht isolierten Häusern betrachtet: Bei bestimmten Umständen könnten sie für Gas fast siebenmal so viel bezahlen wie Bewohner gut isolierter Gebäude. In so einem Zusammenhang fordern Verbraucherschützer eine differenziertere Vorgehensweise, wie beispielsweise direkte Zahlungen anstelle der allgemeinen Preisbremsen.

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