Antibiotika bei Mandelentzündung: Anwendung, Dauer und Nebenwirkungen

Bei der Anwendung von Antibiotika bei Mandelentzündung geht es um die Frage, wie lange sie eingenommen werden sollten und welche Nebenwirkungen auftreten können. Laut der vorliegenden Informationen ist jedoch die Evidenz zu diesen Themen begrenzt und es gibt keine spezifischen Empfehlungen oder verwertbare Daten.

Die S3-Leitlinie für Halsschmerzen besagt, dass mehr als 60% der Patienten mit Halsschmerzen Antibiotika verschrieben bekommen, obwohl bakterielle Ursachen selten sind. Bei Patienten mit wiederkehrender akuter Mandelentzündung, die nicht für eine Tonsillektomie in Frage kommen oder diese nicht wünschen, kann während einer akuten Mandelentzündung eine Eradikationstherapie mit Antibiotika versucht werden. Die empfohlenen Antibiotika für die Eradikationstherapie sind Amoxicillin/Clavulansäure oder Clindamycin.

Das Ziel der Antibiotikabehandlung bei akuten Halsschmerzen ohne Risikosignale bei Patienten ab 3 Jahren ist es, die Symptome zu verkürzen und nicht, Komplikationen vorzubeugen. Die Evidenz zur Wirksamkeit der Antibiotikatherapie im Vergleich zur konservativen, nicht-antibiotischen Therapie bei Patienten mit ≥ 3 Mandelentzündungen oder Tonsillopharyngitis-Episoden in den letzten 12 Monaten ist relativ gering.

Es gibt drei randomisierte klinische Studien zur Dauer der Antibiotikatherapie bei Mandelentzündung, aber nur zwei liefern verwertbare Daten, die aufgrund unterschiedlicher Dosierungen nicht direkt auf die Situation in Deutschland übertragen werden können. Hochwertige, nicht-randomisierte prospektive Vergleichsstudien mit verwertbaren Daten zu wichtigen Endpunkten wie Mortalität, Häufigkeit von Scharlach-Episoden, eitrigen Komplikationen, nicht-eitrigen Komplikationen und Häufigkeit von Streptokokken-Infektionen der Gruppe A wurden nicht gefunden. Eine ältere Studie von 1991 zur Anwendung von Clindamycin mit einer geringen Stichprobengröße (N = 54) und geringer Qualität wurde nicht berücksichtigt. Auch das IQWiG konnte keine verwertbaren Daten zur Dauer der Antibiotikatherapie bei Mandelentzündung finden.

Mandelentzündung: Definition, Ursachen, Symptome und Diagnose

Eine Mandelentzündung, auch als Tonsillitis bekannt, ist eine Entzündung der Mandeln im Rachen. Die Mandeln gehören zu einem speziellen Abwehrgewebe, dem lymphatischen Rachenring. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Infektionen im Mund- und Rachenraum. Bei einer Mandelentzündung können die Mandeln durch verschiedene Viren oder Bakterien infiziert werden, wie zum Beispiel Erkältungs- oder Grippeviren, Streptokokken, Pneumokokken oder Hämophilus influenzae.

Die Mandelentzündung kann durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Niesen, Husten oder Küssen übertragen werden. Auch verunreinigte Oberflächen wie Türgriffe können als Übertragungsweg dienen. Manchmal tritt eine Mandelentzündung im Rahmen eines Pfeifferschen Drüsenfiebers oder einer Diphtherie auf. Die Symptome einer Mandelentzündung können je nach Erreger variieren.

Die häufigsten Symptome bei einer akuten, bakteriellen Mandelentzündung sind Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, gerötete und geschwollene Gaumenmandeln mit gelblich-weißlichen Eiterflecken, vermehrter Speichelfluss, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und geschwollene Lymphknoten am Hals und Kiefer. Bei bestimmten Formen der Mandelentzündung können auch spezifische Anzeichen auftreten, wie großflächige schmierige, grau-weißliche, stinkende Beläge bei der Angina Plaut-Vincent oder schmutzig-graue Beläge, die nach Aceton riechen und bei Berührung bluten, bei Diphtherie.

Um eine Mandelentzündung zu diagnostizieren, wird der Arzt die Beschwerden, die Krankheitsgeschichte und eine gründliche Untersuchung von Mund, Rachen, Nase und Ohren berücksichtigen. Zur weiteren Abklärung können Punkte-Systeme verwendet werden, um einzuschätzen, ob die Mandelentzündung durch Viren oder Bakterien verursacht ist. Ein Schnelltest auf Streptokokken kann zusätzliche Hinweise liefern, und bei einem unauffälligen Testergebnis kann eine Probe im Labor untersucht werden. In bestimmten Situationen können auch Blutuntersuchungen oder Ultraschall-Untersuchungen der Halsweichteile sinnvoll sein.

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Antibiotika bei Mandelentzündung

Eine Mandelentzündung, auch Tonsillitis genannt, kann durch Bakterien hervorgerufen werden, insbesondere durch Streptokokken. Die Symptome einer akuten Mandelentzündung umfassen Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Müdigkeit und Fieber. Bei einer Mandelentzündung ist es wichtig, ärztliche Behandlung zu suchen. Oft sind Antibiotika notwendig, um die Infektion zu bekämpfen.

Bei chronischer Mandelentzündung kommt es vor, dass die Infektion trotz mehreren Behandlungsversuchen bestehen bleibt oder wiederkehrt. In solchen Fällen kann die einzige Lösung die operative Entfernung der Mandeln sein.

  • Eine Liste der gängigen Antibiotika mit kurzen Erläuterungen:
  • Penicillin: Ein häufig verschriebenes Antibiotikum zur Behandlung von Mandelentzündungen. Es wirkt, indem es das Wachstum der Bakterien hemmt.
  • Amoxicillin: Ein weiteres Antibiotikum, das oft bei Mandelentzündungen verschrieben wird. Es hat ein breites Wirkungsspektrum und kann verschiedene Bakterienarten bekämpfen.
  • Cephalosporine: Eine Gruppe von Antibiotika, die ebenfalls zur Behandlung von Mandelentzündungen eingesetzt werden können. Sie sind eine Alternative, wenn Penicillin nicht angewendet werden kann.

Es ist wichtig zu beachten, dass Antibiotika nur bei bakteriellen Infektionen wirksam sind. Bei viralen Infektionen, wie zum Beispiel Erkältungen, sind Antibiotika nicht erforderlich. Es ist daher immer ratsam, einen Arzt zu konsultieren, um die richtige Diagnose zu stellen und die geeignete Behandlung zu erhalten.

Dauer der Antibiotika-Einnahme bei Mandelentzündung:

Die Dauer der Antibiotika-Einnahme bei Mandelentzündung beträgt üblicherweise zwischen 5 bis 10 Tagen. Bei einer Mandelentzündung ist es wichtig, dass das verschriebene Antibiotikum vollständig eingenommen wird, auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind. Dies liegt daran, dass sich die Bakterien im Körper noch einige Tage lang halten können, selbst nachdem die Symptome verschwunden sind. Eine vollständige Behandlungsdauer gewährleistet, dass alle Bakterien abgetötet werden und ein erneutes Auftreten der Infektion vermieden wird.

Es ist ratsam, die ärztlichen Anweisungen genau zu befolgen und das Antibiotikum in regelmäßigen Abständen einzunehmen, um die Wirksamkeit der Behandlung sicherzustellen. Die Behandlungsdauer kann jedoch je nach Schwere der Mandelentzündung und individuellen Faktoren variieren. In einigen Fällen kann eine längere Einnahmezeit erforderlich sein, während in anderen Fällen eine kürzere Behandlungsdauer ausreichend sein kann.

Bei einer akuten Mandelentzündung, die durch Streptokokken verursacht wird, ist die Ansteckungsgefahr ca. 24 Stunden nach Beginn der Antibiotika-Therapie nicht mehr gegeben. Dies bedeutet, dass nach einem Tag der Behandlung die Wahrscheinlichkeit, andere Personen anzustecken, deutlich reduziert ist. Dennoch sollte das Antibiotikum wie vom Arzt verordnet zu Ende eingenommen werden, um sicherzustellen, dass alle Bakterien im Körper abgetötet werden.

  • Die Dauer der Antibiotika-Einnahme bei Mandelentzündung beträgt üblicherweise zwischen 5 bis 10 Tagen.
  • Es ist wichtig, das Antibiotikum vollständig einzunehmen, auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind.
  • Bei einer akuten Mandelentzündung, die durch Streptokokken verursacht wird, ist die Ansteckungsgefahr ca. 24 Stunden nach Beginn der Antibiotika-Therapie nicht mehr gegeben.

Nebenwirkungen von Antibiotika bei Mandelentzündung

Bei einer Mandelentzündung (Tonsillitis) sind Antibiotika nur dann wirksam, wenn die Entzündung durch Bakterien verursacht wird. Sie helfen nicht, wenn die Entzündung durch Viren hervorgerufen wird. Die Entscheidung, ob Antibiotika verschrieben werden sollen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Schwellung der Mandeln, dem Fieber, dem Husten und der Lymphknotenschwellung. Es wird empfohlen, das verschriebene Antibiotikum für die vorgeschriebene Dauer (üblicherweise zwischen 5 bis 10 Tagen) einzunehmen, da sich die Bakterien auch nach dem Verschwinden der Symptome noch im Körper halten können. Es ist wichtig, die Behandlungsdauer einzuhalten, um die Wirksamkeit der Antibiotika sicherzustellen.Bei der Einnahme von Antibiotika können Nebenwirkungen auftreten. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Übelkeit, Durchfall und Hautausschläge. In seltenen Fällen können schwerwiegendere Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen oder Leberschäden auftreten. Wenn Sie während der Einnahme von Antibiotika ungewöhnliche Symptome bemerken, sollten Sie sofort Ihren Arzt kontaktieren. Es ist wichtig, die verschriebene Dosis nicht zu überschreiten und das Antibiotikum genau wie empfohlen einzunehmen, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren.Um die Begleitsymptome wie Halsschmerzen, Kopfschmerzen und Fieber bei einer Mandelentzündung zu lindern, können schmerzstillende und fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen eingenommen werden. Es ist jedoch wichtig, dass Sie vor der Einnahme solcher Medikamente die Dosierungsempfehlungen des Arztes oder Apothekers beachten. Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin) ist aufgrund ihrer blutgerinnungshemmenden Wirkung bei einer drohenden Mandeloperation nicht geeignet. Zusätzlich können warme Wickel oder das Gurgeln mit Salbeitee zur Linderung der Symptome beitragen. Ruhe und keine körperliche Belastung werden ebenfalls empfohlen, um den Heilungsprozess zu unterstützen.

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Alternative Behandlungsmethoden für Mandelentzündungen

Alternative Behandlungsmethoden werden oft als eine natürliche Möglichkeit angesehen, um Mandelentzündungen zu behandeln. Sie können als Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung dienen. Es gibt verschiedene Hausmittel, die bei der Linderung von Symptomen helfen können.

  • Halswickel: Halswickel sind eine einfache Methode, um Schmerzen zu lindern. Sie können sowohl warm als auch kalt angewendet werden. Ein warmer Halswickel wird durch das Einrollen eines Baumwolltuchs und das Übergießen mit heißem Wasser hergestellt. Ein kalter Halswickel wird mit einem Tuch, das in kaltes Wasser getaucht wird, um den Hals gelegt.
  • Gurgellösungen: Gurgellösungen können mit lauwarmem Wasser und Zusätzen wie Apfelessig, Zitronensaft oder Meersalz hergestellt werden. Auch das Gurgeln mit abgekühlten Heilpflanzentees wie Kamille, Eibisch oder Salbei kann helfen.
  • Inhalationen: Inhalationen mit Wasserdampf und Zusätzen wie Salz oder ätherischen Ölen können ebenfalls wohltuend sein.

Bei der Ernährung wird empfohlen, weiche und wenig gewürzte Speisen zu sich zu nehmen. Das Lutschen von nichtmedizinischen Lutschbonbons wie Salbeibonbons kann ebenfalls die Schmerzen lindern. Eine Honigmilch vor dem Schlafengehen kann ebenfalls hilfreich sein. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass alternative Behandlungsmethoden die schulmedizinische Behandlung allenfalls ergänzen können, sie diese aber nicht ersetzen sollten. Bei Verdacht auf eine eitrige Mandelentzündung ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Alternative Behandlungsmethoden können eine Option sein, um Mandelentzündungen auf natürliche Weise zu behandeln. Hausmittel wie Halswickel, Gurgellösungen und Inhalationen können dabei helfen, Symptome zu lindern. Eine gesunde Ernährung und das Lutschen von nichtmedizinischen Lutschbonbons können ebenfalls zur Besserung beitragen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass alternative Behandlungsmethoden die schulmedizinische Behandlung nicht ersetzen können. Wenn die Symptome schwerwiegend sind oder sich verschlechtern, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um die beste Behandlungsmethode zu finden.

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Folgen einer unbehandelten Mandelentzündung

Eine unbehandelte Mandelentzündung kann verschiedene Spätfolgen mit sich bringen. Eine mögliche Komplikation ist das rheumatische Fieber, das etwa 3 Wochen nach einer Streptokokken-Infektion im Hals oder Scharlach auftreten kann. Das rheumatische Fieber betrifft vor allem Kinder ab dem 5. Lebensjahr und erreicht seinen Höhepunkt im 10. Lebensjahr.

Das rheumatische Fieber ist eine akute fieberhafte Erkrankung und geht mit Entzündungen der großen Gelenke einher. Die betroffenen Gelenke sind geschwollen, warm, druckempfindlich und schmerzen bei Bewegung. Diese Gelenkentzündung dauert in der Regel bis zu 4 Wochen und heilt normalerweise vollständig aus. Allerdings können in 50-70% der Fälle auch Entzündungen des Herzens auftreten, die den Herzbeutel, den Herzmuskel oder die Herzinnenhaut betreffen können. Auf lange Sicht kann dies zu einem Herzklappenfehler und Herzschwäche führen.

Weitere mögliche Symptome des rheumatischen Fiebers sind ein ringförmiger Ausschlag, Knötchen unter der Haut, plötzliche unkontrollierte Bewegungen (Chorea minor), Muskelschwäche und psychische Störungen. Die Behandlung des rheumatischen Fiebers umfasst die Verabreichung von Antibiotika, in der Regel Penicillin, um die Streptokokken zu beseitigen. Die Entzündung der Gelenke wird mit entzündungshemmenden Medikamenten (NSAR) behandelt. Zusätzlich wird bei einer Entzündung des Herzens Kortison verschrieben.

Eine weitere mögliche Spätfolge einer unbehandelten Mandelentzündung ist die poststreptokokken-reaktive Arthritis. Diese Form der Gelenkentzündung unterscheidet sich von dem rheumatischen Fieber. Die Entzündung der Gelenke ist in der Regel stärker ausgeprägt und tritt meist 1-2 Wochen nach der akuten Streptokokken-Infektion auf. Um mögliche Spätfolgen einer unbehandelten Mandelentzündung zu vermeiden, ist es wichtig, die Erkrankung frühzeitig zu behandeln.

Vorbeugung von Mandelentzündungen

Die Vorbeugung von Mandelentzündungen ist nicht direkt möglich. Mandelentzündungen, auch Tonsillitis genannt, werden in der Regel durch Bakterien oder Viren verursacht und sind daher schwer vollständig zu verhindern. Jedoch gibt es Maßnahmen, um das Infektionsrisiko zu verringern und die Häufigkeit von Mandelentzündungen zu reduzieren.

Um das Immunsystem zu stärken und somit das Risiko einer Mandelentzündung zu reduzieren, ist regelmäßige Bewegung von großer Bedeutung. Körperliche Aktivität fördert die Durchblutung und trägt dazu bei, das Immunsystem zu stärken. Zudem ist eine ausgewogene Ernährung wichtig, um dem Körper die notwendigen Nährstoffe zur Abwehr von Infektionen zu geben.

Bei Kindern, die häufig an Mandelentzündungen leiden, kann eine Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie) als mögliche präventive Maßnahme in Betracht gezogen werden. Eine solche Operation wird in der Regel ab dem vierten Lebensjahr durchgeführt und kann dazu beitragen, die Häufigkeit und Schwere der Mandelentzündungen zu reduzieren.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Entfernung der Mandeln eine individuelle Entscheidung ist und von einem Arzt sorgfältig abgewogen werden sollte. Bei Fragen oder Bedenken sollten Sie immer einen Facharzt konsultieren, der eine umfassende Bewertung vornehmen kann.

Zusammenfassend ist es nicht möglich, Mandelentzündungen vollständig zu verhindern, aber durch regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und in einigen Fällen eine mögliche Entfernung der Mandeln kann das Infektionsrisiko verringert werden.

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