Wie viele Muslime leben in Deutschland?

Laut der Studie der Deutschen Islam Konferenz (DIK) “Muslimisches Leben in Deutschland 2020” leben in Deutschland mittlerweile zwischen 5,3 und 5,6 Millionen Muslime (einschließlich alevitischer Religionsangehöriger). Das entspricht zwischen 6,4 und 6,7 Prozent der Gesamtbevölkerung von 83,1 Millionen. Der muslimische Bevölkerungsanteil wächst somit weiterhin, jedoch langsamer als in den Vorjahren.

Herkunftsländer

Die muslimische Bevölkerung in Deutschland stammt aus verschiedenen Herkunftsländern. Der größte Anteil von 2,5 Millionen Menschen hat türkische Wurzeln. Fast 1,5 Millionen Menschen mit muslimischer Religionsangehörigkeit oder 27 % kommen aus einem arabischsprachigen Land im Nahen Osten (19 %) oder Nordafrika (8 %). Weitere 19 % der Musliminnen und Muslime stammen aus südosteuropäischen Ländern. Etwa 9 % haben einen Migrationshintergrund aus einem nicht arabischsprachigen Land im Mittleren Osten.

Glaubensrichtungen

Eine deutliche Mehrheit der muslimischen Bevölkerung in Deutschland ist sunnitisch (74 %). Mit 8 % gehört ein relativ großer Anteil der muslimischen Religionsangehörigen dem Alevitentum an – fast alle haben einen türkischen Migrationshintergrund. 4 % der Musliminnen und Muslime in Deutschland sind schiitisch. Ahmadis sowie sonstige Glaubensrichtungen stellen einen Anteil von je einem Prozent.

Moscheegemeinden und muslimische Dachverbände

Die größten sunnitisch geprägten Dachverbände sind die Türkisch-Islamische Union (DITIB, ca. 900 Gemeinden), der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (inkl. Islamische Gemeinschaft Milli Görüs, ca. 400 Gemeinden), der Verband der islamischen Kulturzentren (VIKZ, ca. 300 Gemeinden) sowie der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD, ca. 300 Gemeinden). Daneben bestehen noch weitere konfessionell geprägte Dachverbände wie die Alevitische Gemeinde Deutschland (AABF, ca. 100 Gemeinden), die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden in Deutschland (IGS, ca. 140 Gemeinden) sowie die Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ).

Statistik Muslime Deutschland: Bevölkerungsanteil, Zuwanderung und Integration

Die Statistik Muslime Deutschland zeigt, dass im Jahr 2022 etwa 24,3 % der Bevölkerung eine Einwanderungsgeschichte hatten. Davon sind 17,3 % nach 1950 in Deutschland eingewandert. Die Bevölkerung ist nach Migrationshintergrund und Geschlecht, Geburtsstaat und Familienstand differenziert. Zudem gibt es Informationen über den höchsten allgemeinen Schulabschluss, den höchsten beruflichen Bildungsabschluss und die Wohnsitzverhältnisse von Personen mit Migrationshintergrund.

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Die Zuwanderung nach Deutschland hat im Jahr 2022 zugenommen, insbesondere die Erwerbsmigration. Insgesamt waren zum Jahresende über 3 Millionen Schutzsuchende in Deutschland registriert. Die Migrationsstruktur und Demografie der Schutzsuchenden, die Einwanderungsgeschichte sowie die Einbürgerungen und ausgeschöpftes Einbürgerungspotential nach Bundesländern und Staatsangehörigkeit gibt Aufschluss über die Zuwanderung nach Deutschland.

Bei der Integration von Migranten in Deutschland hat sich die Zahl der Personen ohne Schulabschluss, Abschluss der Sekundarstufe II sowie der Personen ohne berufsqualifizierenden Abschluss verringert. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Personen mit (Fach-) Hochschulabschluss, die Erwerbsbeteiligung und die Beschäftigung im öffentlichen Dienst. Jedoch besteht weiterhin Handlungsbedarf bei der Reduzierung der Erwerbslosenquote, Senkung der Armutsgefährdungsquote, der Zahl der “Working Poor” sowie der Abhängigkeit von Mindestsicherungsleistungen. Verbesserungspotential zeigt auch die Wohnsituation von Personen mit Migrationshintergrund.

Zusammenfassung der Themen

  • Die Statistik Muslime Deutschland informiert über Bevölkerungsanteil, Zuwanderung und Integration von Migranten in Deutschland.
  • Die Bevölkerungsstruktur wird nach Migrationshintergrund und Geschlecht, Geburtsstaat und Familienstand differenziert.
  • Die Zuwanderung nach Deutschland ist durch die Erwerbsmigration im Jahr 2022 stark gestiegen und es waren zum Jahresende über 3 Millionen Schutzsuchende in Deutschland registriert.
  • Die Integration von Migranten in Deutschland zeigt Fortschritte bei der Bildung und Beschäftigung, während es weiterhin Handlungsbedarf bei der Senkung der Erwerbslosenquote, der Armutsgefährdungsquote und der Wohnsituation gibt.

Die Statistik Muslime Deutschland ist ein wichtiges Instrument zur Überwachung der Integration von Migranten in Deutschland. Sie gibt detaillierte Einblicke in Bevölkerungsanteil, Einwanderung und Integration von Migranten.

Wie hat sich die Anzahl der Muslime in Deutschland in den letzten Jahren entwickelt?

Die Anzahl der Muslime in Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten einen starken Anstieg verzeichnet. Im Jahr 1945 lebten in Deutschland nur wenige tausend Muslime. Bis zum Jahr 1970 stieg die Anzahl auf knapp 200.000 an, was hauptsächlich auf die Migration von Gastarbeitern aus islamischen Ländern zurückzuführen ist.

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Mit dem Anwerbestopp für ausländische Arbeiter im Jahr 1973 und der Familienzusammenführung stieg die Anzahl der Muslime weiter an. Im Jahr 1980 betrug die Anzahl bereits eine Million und bis zum Jahr 2010 waren es bereits über 4 Millionen. Die meisten Muslime in Deutschland stammen aus der Türkei, gefolgt von Staaten wie Marokko, Pakistan und dem Iran.

Trotz des Anstiegs der Anzahl der Muslime sind sie immer noch eine Minderheit in Deutschland. Die meisten Muslime leben in Großstädten wie Berlin, Köln und Frankfurt am Main. Die muslimische Bevölkerung in Deutschland ist sehr heterogen und besteht aus verschiedenen Strömungen, von liberal bis konservativ. Der Islam ist damit eine der verbreitetsten Religionen in Deutschland.

    NER-Entitäten:

  • Deutschland: Das Land, in dem die Anzahl der Muslime untersucht wurde.
  • Muslime: Die Gruppe, deren Anzahl untersucht wurde.
  • Islam: Die Religion, der die Muslime angehören.

Die Anzahl der Muslime in Deutschland wird in Zukunft weiter ansteigen, da viele von ihnen hier geboren und aufgewachsen sind. Immer mehr junge Muslime gelten als gut integriert und erfolgreich in der deutschen Gesellschaft. Dennoch birgt die Minderheitensituation auch Herausforderungen, wie die Integration in den Arbeitsmarkt und die Anerkennung ihrer religiösen Praktiken.

Fazit: Die Anzahl der Muslime in Deutschland hat seit 1945 einen starken Anstieg verzeichnet und ist eine der verbreitetsten Religionen in Deutschland. Die meisten Muslime stammen aus der Türkei und leben hauptsächlich in Großstädten. Die Minderheitensituation birgt Herausforderungen, aber auch Chancen für eine erfolgreiche Integration in die deutsche Gesellschaft.

Wie hat sich die Anzahl der Muslime in Deutschland in den letzten Jahren entwickelt?

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Die Anzahl der Muslime in Deutschland ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Nach Schätzungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge waren im Jahr 2019 zwischen 5,3 und 5,6 Millionen Muslime in Deutschland ansässig. Im Vergleich zur letzten Schätzung im Jahr 2015 ist die Anzahl der muslimischen Religionsangehörigen in Deutschland um rund 900.000 Personen gewachsen.

Die größte Herkunftsgruppe unter den Muslimen in Deutschland sind Menschen mit türkischer Abstammung. Mit 2,5 Millionen Personen machen sie 45 Prozent aller Muslime in Deutschland aus. Aber auch Menschen aus dem Balkan und Nordafrika haben zur Etablierung des Islam in Deutschland beigetragen. Die Mehrheit der Muslime in Deutschland sind Sunniten, allerdings liegt der Anteil der nichtsunnitischen Gruppen wie Aleviten, Bektaschi und Schiiten über dem Weltdurchschnitt.

In Deutschland gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Moscheen. Die älteste erhaltene Moschee Deutschlands befindet sich in Berlin-Wilmersdorf und wurde im Jahr 1924 von der islamischen Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft erbaut. Doch nicht nur in Friedenszeiten gibt es Moscheen in Deutschland. Während des Ersten Weltkrieges wurden in Wünsdorf bei Zossen bis zu 30.000 meist muslimische Kriegsgefangene interniert. In diesem Lager wurde sogar eine Moschee für die inhaftierten muslimischen Soldaten errichtet.

Die Geschichte des Islam in Deutschland reicht bereits bis ins 17. Jahrhundert zurück, als erste Kontakte mit muslimischen Staaten geknüpft wurden. Doch erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Islam in Deutschland durch zunehmende Einwanderung aus Vorderasien, dem Balkan und Nordafrika etabliert.

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